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Platin fĂŒr Palladium - Wechseln oder nicht Wechseln?🔁

Posted by  Alice
30 Jan 2020 0 comments

Erst vor 4 Monaten haben wir den Artikel “Die Zukunft fĂŒr Palladium”, veröffentlicht, in dem wir einige der GrĂŒnde fĂŒr die wachsende Nachfrage und den steigenden Preis des Metalls diskutierten. Seitdem ist der Preis fĂŒr Palladium weiter in die Höhe geschossen. Prognosen zufolge könnte “die außergewöhnliche Rallye von Palladium das Potenzial haben, dass die Preise anhalten und 3.000 US-Dollar pro Unze testen” so die Goldman Sachs Group. DarĂŒber hinaus gibt es jetzt eine betrĂ€chtliche Debatte ĂŒber die wachsende Preisdifferenz, die jetzt mit einer RekordprĂ€mie von 350 US-Dollar pro Unze gegenĂŒber Platin gehandelt wird.

 

Goldman says palladium may surge to test $3000

 

 

Eine wichtige Überlegung ist, ob dieser Preisunterschied die Automobilhersteller dazu ermutigen wird, Palladium bei der Herstellung neuer Katalysatoren durch Platin zu ersetzen...

 

Der Preis fĂŒr Palladium begann in den frĂŒhen Jahren dieses Jahrhunderts wirklich zu steigen, nur weil es zu dieser Zeit erheblich billiger als Platin war und folglich als Ersatz fĂŒr Platin bei der Herstellung von Katalysatoren in Benzinmotoren verwendet wurde. WĂ€hrend Palladium in Dieselkatalysatoren nicht funktioniert, hat der RĂŒckgang der Dieselmotorenproduktion, insbesondere seit dem VW-Abgasskandal „Dieselgate” 2015, die Palladiumnachfrage weiter angekurbelt, da die KĂ€ufer von dieselbetriebenen Fahrzeugen auf Benzin umsteigen. Die VerkĂ€ufe neuer Diesel-Pkw in Westeuropa sind von fast 56% der Neuzulassungen in der Region im Jahr 2011 auf unter 35% bis zum Sommer 2018 gesunken, wobei die Verkaufsmengen fĂŒr benzinbetriebene Fahrzeuge in der Folge gestiegen sind.

 

Auf den ersten Blick erscheint es fĂŒr die Automobilindustrie sinnvoll, wieder auf Platin umzusteigen und die Strategie den letzten 20 Jahre umzukehren, jedoch aus demselben, sehr soliden, wirtschaftlichen Grund - dem Preis. Dies zu tun ist jedoch nicht einfach.

 

 

automobile industry

 

 

In erster Linie ist das Umschalten zwischen den beiden Materialien kein einfacher Vorgang, der ĂŒber Nacht durchgefĂŒhrt werden kann. Es hat einige Jahre gedauert, bis der Wechsel von Platin zu Palladium erfolgte, und die Umkehrung des Prozesses wird ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen. Der technische Spezialist von General Motors, Dr. Rahul Matil, erklĂ€rte: „FĂŒr uns ist es nicht nur ein Knopfdruck.” In den letzten 20 Jahren hat sich an den Designkatalysatoren viel geĂ€ndert, sodass es  nicht nur darum geht, alte Designs und Prozesse wiederzubeleben. Und natĂŒrlich wĂŒrde eine solche Änderung wahrscheinlich eine Umkehrung der relativen Preise der Metalle erzwingen und die gesamte Debatte 5 oder 10 Jahre spĂ€ter wiederbeleben! DarĂŒber hinaus können die Kosten fĂŒr die Neugestaltung die erzielten Einsparungen ĂŒberwiegen, insbesondere wenn der Platinpreisvorteil schnell nachlĂ€sst.

 

Zweitens besteht eine möglicherweise ein Überangebot. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Platinproduktion stammt aus SĂŒdafrika, gefolgt von Russland und Simbabwe. Im Gegensatz erfreut sich Palladium, obwohl es auch in diesen zwei LĂ€ndern abgebaut wird, einer grĂ¶ĂŸeren Verbreitung, einschließlich der USA und Kanada. Im Falle eines erheblichen Versorgungsengpasses aus den drei Hauptquellen hĂ€tte die Autoindustrie in Nordamerika und im Rest der Welt grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten, mit VersorgungsengpĂ€ssen bei Platin umzugehen, als be Palladium - ein Risiko, das durchaus ein Faktor sein könnte warum die Industrie weiterhin zögert, wieder auf Platin umzugehen.

 

Die unterschiedliche Nachfrage nach den beiden Metallen hat einen großen Einfluss auf die VerfĂŒgbarkeit des Angebots. Die jĂŒngste Berichte deuten daraufhin, dass die Gesamtnachfrage nach Platin sowohl in diesem als auch im nĂ€chsten Jahr um bis zu eine halbe Million Unzen hinter den verfĂŒgbaren LagerbestĂ€nden zurĂŒckbleiben kann, was einem Überschuss von mehr als 15 Tonnen auf einem Gesamtmarkt von 232 Tonnen entspricht. Im Gegensatz dazu weist Palladium ein Defizit auf wobei das Angebot im vergangen Jahr um bis zu 35 Tonnen hinter der Nachfrage zurĂŒckblieb.

 

Dies ist ein wichtiges Anliegen fĂŒr die Zukunft. Die Vorschriften werden immer strenger, und der Druck auf die Fahrzeughersteller, die schĂ€dlichen Emissionen noch weiter zu reduzieren, nimmt zu. Insbesondere GesetzesĂ€nderungen in China werden dazu fĂŒhren, dass Hersteller wahrscheinlich erheblich mehr PGMs benötigen, um neuere strengere Standards zu erfĂŒllen. Letztendlich kann dies zu einer gewissen Substitution von Palladium durch Platin in Benzinsystem und möglicherweise zu einer RĂŒckkehr zu mehr Preisgleichheit der beiden Metalle fĂŒhren.